
DIE IG METALL IM EINSATZ FÜR MENSCHEN MIT BEHINDERUNG
Die IG Metall ist die größte Organisation von Menschen mit Beeinträchtigung im Arbeitsleben, wir setzen uns an unterschiedlichen Stellen aktiv für ihre Rechte ein, denn Inklusion ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, bei der wir alle in der Verantwortung stehen. Als Gewerkschaft vertreten wir an vielen Stellen auch über den Betrieb hinaus die Interessen der arbeitenden Menschen und kämpfen für ihre Rechte, egal ob mit oder ohne Beeinträchtigung. Im DGB kämpfen wir mit anderen Gewerkschaften zusammen für mehr Inklusion auf dem Arbeitsmarkt und mehr Barrierefreiheit in den Betrieben. Denn die tägliche Arbeit mit anderen Menschen ist einer der wichtigste Garant für Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Aber gerade das wird aber behinderten Menschen immer wieder erschwert oder sogar ganz verwehrt. Manche kommen wegen ihrer Beeinträchtigung gar nicht erst in Arbeit und Brot, andere werden aufgrund einer in ihrem Arbeitsleben gewandelten Gesundheit aus der Arbeitswelt gedrängt. 85 Prozent aller Beeinträchtigungen die sich erst im Laufe eines (Erwerbs-) Lebens entwickeln, entstehen durch so genannte Volkskrankheiten. Es dominieren Krankheiten wie Herz-Kreislauf, Muskel- und Skeletterkrankungen sowie psychische Erkrankungen.
Wir brauchen dringend mehr sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse, denn schon heute leben in Deutschland fast 10 Millionen Menschen mit Beeinträchtigung. Aber nur 1,1 Millionen davon arbeiten auf dem ersten Arbeitsmarkt. Die mehr als 160.000 Unternehmen die beschäftigungspflichtig sind, müssen 5% ihrer Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung bereitstellen. Jedes vierte Unternehmen davon beschäftigt aber keinen einzigen behinderten Menschen. Diese Verweigerungshaltung, ihre Pflichtquote nicht zu erfüllen darf nicht weiter als Kavaliersdelikt behandelt werden. Für eine inklusive Arbeitswelt stehen vor allem die in der Pflicht, die am meisten von abhängiger Beschäftigung profitieren: Die Unternehmen.
Die Arbeitswelt steckt mitten im Wandel. Bei dieser Transformation dürfen die Belange der Menschen mit Behinderung nicht hinten runterfallen. Diesen Prozess im Sinne der Beschäftigten zu gestalten, verlangt sachkundige und kreative Lösungen. Arbeitgeber, die Bundesagentur für Arbeit und der Gesetzgeber sind gefordert, Inklusion in Arbeit stärker als bislang auf die Tagesordnung zu setzen.
Die Arbeitswelt muss dauerhaft inklusiv werden – nicht erst wenn eine Behinderung droht oder passiert ist. Prävention von Behinderung und Gesundheitsförderung können dieser Situation entgegenwirken. Barrieren müssen raus aus den Büros, den Werkshallen und den Köpfen, von Anfang an muss die Arbeit in den Betrieben barrierefrei gestaltet werden. Damit das klappt, braucht es in den Betrieben starke und sichtbare Kolleginnen und Kollegen im Betriebsrat und in der Schwerbehindertenvertretung (SBV). Alle vier Jahre wählen Beschäftigte mit Behinderung ihre SBV neu. Dort, wo es starke betriebliche Interessenvertretungen gibt, sind Erfolge sichtbar. Die IG Metall bietet ihren betrieblichen Interessenvertretungen durch Schulungen, Arbeitshilfen, Informationsbroschüren, Beratung und Erfahrungsaustausch in Arbeitskreisen Unterstützung an.
Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung
Da die Gesellschaftliche Teilhabe keine Frage des Geldbeutels sein darf, bedeutet dass viele Bereiche unserer Gesellschaft durch staatliches Handeln mit öffentlichen Mitteln inklusiv gestaltet werden müssen. Egal ob in der Arbeitswelt, im gesellschaftlichen Leben oder der Politik: Alle Menschen müssen die gleichen. Rechte haben, egal ob mit oder ohne Behinderung. Deshalb machen wir uns als Gewerkschaft stark für eine moderne Gesellschaft, in der Teilhabe nicht an einer Behinderung scheitert. Nicht nur die Sensibilisierung soll an diesem Tag eine Rolle spielen. Die IG Metall möchte ein Bewusstsein für die Rechte, die Würde und das Wohlergehen von Menschen mit Beeinträchtigung zu schaffen. Es geht uns darum laut einzufordern, dass Schluss damit sein muss, dass Menschen mit Behinderung immer noch ausgegrenzt werden.
Je mehr wir sind, desto lauter können wir sein.

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